Werner Schierz

Tagebuch des Werner Schierz, 2./A.R.294 im Jahr 1940

Feldzug in Frankreich 1940
2. Batterie Artillerie-Regiment 294

Unsere 2./A.R.294 wurde am 15.2.1940 in Zeitz aufgestellt. Sie ist aus Teilen des A.R.4 und A.R.14 hervorgegangen, deren Garnisonsstädte Dresden u. Naumburg waren. Der Ersatz wurde von den Artillerie-Ersatz-Abteilungen in Bautzen, Brüx, Dresden u. Plauen gestellt. Ausgangspunkt für die Neuaufstellung war die Kaserne der Schweren Artillerie in Zeitz. Das 1. Standquartier wurde in Rippach mit den Nachbardörfern Drossdorf, Frauenhain u. Röden 5 km südlich von Zeitz aufgeschlagen.

Wir gehörten der 294. Infanteriedivision an, die unter der Führung des Generalleutnant Gabcke stand. Oberstleutnant Kaegler war unser Regimentskommandeur, Hauptmann Schudnagis führte die Abteilung. Zum Batteriechef wurde Hauptmann Gruffke, ein Reserveoffizier des A.R.14, ernannt.
Am 29.4. wurde die Abteilung in dreitägigen Landmarsch von Zeitz nach Ostrau bei Döbeln verlegt; die Batterie bezog in Pulsnitz und Glanschwitz Bürgerquartiere. Von dort aus fanden Anfang Mai Übungen in grösserem Verbande statt.
Am 10. Mai begann der siegreiche Einmarsch der deutschen Armee in Holland und Belgien. Die erste Veränderung für uns war die allgemeine Feldpostsperre, sonst aber wurde unsere Geduld noch auf die Probe gestellt, bis auch für uns die Stunde des Abrückens aus der Heimat gekommen war.

18.-20.Mai 1940: Bahnfahrt zur Westgrenze.
Unsere 2. Batterie lag gerade 2 Wochen in Pulsitz und Glanschwitz bei Ostrau/Sa. in ihrem 2. Dauerquartier, als es eines Tages hiess: übermorgen geht es an die Front. Wir wurden dann auch pünktlich am Sonnabend, dem 18.5.1940 mittags 12.30 Uhr von Pulsitz aus in Marsch gesetzt. Die Batterie bot trotz der Beladung mit Futterkisten und Futter ein stolzes Bild, das seine besondere Note durch manches zum Abschied gereichte Blumensträusschen erhielt. Wir wurden in Ostrau verladen. Die Verladezeit betrug nur 1 1/2 Stunden, obwohl nur eine Kopframpe und 2 Seitenrampen von doppelter Wagenlänge zur Verfügung standen. Kan. Neubelt vom 2. Geschütz erlitt allerdings im Eifer des Arbeitens eine Beinquetschung, die ihm längere Schonung aufzwang. Noch während des Verladens traf die Nachricht ein, das Antwerpen erreicht oder sogar gefallen sei. Um 18.02 setzte sich der Zug in Bewegung und brachte uns über Riesa, Falkenberg, Wittenberg, Holzminden, Hagen i. W., Düsseldorf, Köln, Euskirchen nach Jünkerath/Eifel. Wir hatten prächtiges Wetter und wurden auf mehreren Bahnhöfen mit Getränken, Brot und Suppe versorgt. Eifriges Zuwinken mit Westfalen und Rheinländern brachte Freude und Abwechslung. Eine grössere Rast gab es in Hagen i. W. Von Jünkerath ging es wieder eine Station zurück nach Stadtkyll; dort wurden wir am Mintag früh 1.00 Uhr nach 31 stündiger Fahrt wohlbehalten ausgeladen. Ein kurzer Nachtmarsch bei Mondschein führte uns bis in die Nähe der belgischen Grenze nach Hallschlag. Trotz der Dunkelheit erkannte man unterwegs gut vorbereitete Strassensperren und Höckerhindernisse.

20.-21.Mai:  Nachtmarsch nach Ondenval (Eupen-Malmedy)
In Hallschlag fanden wir im Morgengrauen des 20. Mai Unterkunft in den für unsere Pferde zugeteilten Gehöften, im Gasthof und in den Baracken einer Feuerstellung in der vorher Flak oder Artillerie gelegen haben soll. Hier konnten wir uns mit Hilfe netter Einwohner, die nun schon seit 2 Jahren Einquartierung von Westwallarbeitern und Soldaten hatten, bei schönem Wetter von den Spuren der Bahnfahrt befreien. Um 20.30 erfolgte der Abmarsch zur Grenze. Die Strasse führte zwischen grossen und kleinen Befestigungswerken des Westwalles, zwischen Hindernissen und Sperren aller Art hindurch an einer beherrschenden Höhe entlang nach Losheim. Wir überschritten dort gegen 22.30 die inzwischen vom Führer auch rechtlich beseitigte Grenze in Richtung auf Malmedy. Wir trafen nach etwa 30km Nachtmarsch gegen 7 Uhr am 21.5. in Ondenval zum Biwak im Freien ein. Die Pferde kamen hier zum ersten Mal auf eine Weidekoppel; auch ein naher Bach erleichterte den Pferden und uns das Dasein. Verhältnisse wie hier, erwarteten uns nun in den nächsten Tagen häufiger. Das gute, allerdings staubige Wetterhielt noch an, auch gute Nachrichten erreichten uns: Amiens und Laon in deutscher Hand, Abbeville und damit ein Zugang zum sogenannten Kanal erreicht.

21.-22.Mai: Nachtmarsch nach Hierlot (Belgien)
Um 18.00 Uhr wurde wieder aufgebrochen. Der 44 km lange Nachtmarsch führte uns zwischen zahllosen Baum und sonstigen Strassensperren über Malmedy Stavelot nach Hierlot. Bei der Einbruch der Nacht mussten wir leider den Gefr. Jacob von der Nachrichtenstaffel in Malmedy dem Heeres-Sanitätsdienst zuführen. Die Länge des Marsches stellte in dem bergigen Gelände bereits beträchtliche Anforderungen an unsere Pferde; das Gelände sollte allerdings nach 3 Tagen günstiger werden. In Hierlot bezogen wir am 22. Mai gegen 9.00 Uhr bei bedecktem Himmel Biwak zwischen zahlreichen Weiden und Koppeln. Utw. Forker requirierte zusammen mit einem sprachkundigen Geschützführer, dem damaligen Gefr. Weckerle, 5 Pferde und erhielt dafür besondere Anerkennung durch den Abt.Kdr. So angenehm uns in Hallschlag der Befehl zur Aufgabe der Futterkisten überrascht hatte, der in Hierlot durchgegebene Befehl zur Abgabe mitgeführter Aktentaschen berührte manchen einigermassen hart. Hier erfuhren wir auch, dass wir bisher in westlicher Richtung der 4. Armee zugeführt und nunmehr der 2.Armee zugeteilt worden seien. Wir sollten jetzt im Div.Verband in südlicher Richtung marschieren. Das bedeutete für unsere Pferde und damit auch für unsere zu ihrer Entlastung in Anspruch genommenen Gehwerkzeuge die Bewältigung der nordwestlichen Höhenzüge der Ardennen. Es hiess zugleich Abschied nehmen für mehrere Tage von der zusätzlichen Verpflegung mit Butter, gekochter Milch und Eiern, die wir uns mit dem inzwischen ausgegebenen Notgeld (Reichskassenscheinen) in Belgien öfters hatten besorgen können.  Denn in den Ardennen waren mehr Wälder als Weiden zu erwarten. Gesprengte Brücken sollten uns noch mehr als bisher zu Umwegen nötigen. Infolge der Dauer der im grösseren Verband  zurückgelegten Märsche fielen uns das Fehlen der Wegweiser und die Zahl der Strassensperren noch mehr als bisher auf. Dazu liess uns das gute Wetter allmählich im Stich.

23.Mai: 45 km durch die Ardennen.
Wir brachen in Hierlot schon am 23.Mai um 2.00 Uhr auf. Das Wetter war zunächst neblig, später jedoch etwas regnerisch. Es ging durch ausgedehnte Wälder über Lierneux und das als Sommerfrische herrlich in den Ardennen gelegene Bergstädtchen Houffalice nach Givroulle. Die bergige Strecke mass rund 45 km, davon wurden über 25 km zu Fuss zurückgelegt. Wir kamen uns nicht mehr wie leicht Artillerie, sondern wie schwerste Infanterie vor und waren froh, nach über 12 Stunden gegen 15.00 Uhr unsere Pferde abspannen und auf eine Weide treiben zu können. Gegen Abend gab es noch einen kräftigen Regenguss, wir waren jedoch zum Glück zumeist in der Schule, in einer an den Weidekoppeln gelegenen geräumten Gastwirtschaft oder im Walde untergekommen. Als gegen 22.00 Uhr der Zeitpunkt der Marschbereitschaft für den nächsten Tag bekannt gegeben wurde, waren wir für diesen Tag restlos bedient, wie an so schön sagt. Lt. Rüger verliess uns hier, er wurde zur Ers.-Abt. Dresden versetzt.

24.Mai: Marsch nach Val de Poix.
Die Marschbereitschaft sah uns am 24.Mai um 4.30 Uhr bei dunstigem, aber später sonnigem Wetter wieder auf der Strasse, zum 1. Mal unter dem Eindruck des ersten aus der Ferne gehörten Kanonendonners (oder Flak), auch hatte unser Wachtposten glaubwürdig berichtet, dass gegen 1,30Uhr in der Nähe Fliegerbomben geworfen worden seien. Der Weg ging 27 km weit über St. Hubert nach Val de Poix. Hier konnten wir uns in einem grösserem am Biwakplatz vorüberfliessenden Bach wieder etwas mehr Reinleichkeit antun; man sah manches Wäschestück im Sonnenwind trocknen und manchen Heldenleib ein halbes Bad nehmen. Auch die Pferde erholten sich hier wieder, sodass wir uns den Anblick der am Wege liegenden toten Pferde nicht gar zu sehr zu Herzen nehmen mussten. Der Einsatz der Luftwaffe, die sich uns von nun an öfters mit 30 und mehr Flugzeugen gleichzeitig zeigte, hinterliess bei uns allen besonderen Eindruck. Utw. Forker rasselte unter allgemeinen Hallo mit requirierten 2 1/2 to LKW auf den Biwakplatz, sodass die Abteilung und vor allem unsere Batterie hinfort auch ihren bescheidenen Anteil an der Heeresmotorisierung hatte. Insbesondere war es möglich, mit seiner Hilfe Butter heranzuschaffen, Fusskranke voraus zu schicken, den Pferden Lasten abzunehmen und Fasswein zu requirieren. Gerade alles Trinkbare hatte wegen des Verbotes Wasser zu trinken seinen besonderen Wert für uns.

25.Mai: 35km bei Staub und Hitze
Der nächste Tag liess uns 6.15 Uhr aufbrechen und brachte uns über Libin und Bievre auf Umwegen nach Louette St. Denis. Wir legten rund 35 km zurück, die uns jedoch recht lang wurden. Hitze und Staub machten sich lästig bemerkbar und schon mittags sah man manches Gesicht wie zum Auftreten im Zirkus  eingeschmiert. Die Tätigkeit der Luftwaffe war wieder sehr rege. Gegen 19.00 Uhr trafen wir uns bei bedecktem Himmel zum Biwakieren an einem Waldstück ein. Das Wetter muss auch für die feindl. Luftaufklärung günstig gewesen sein. Jedenfalls fielen gegen 2.30 Uhr früh in einiger Entfernung 4 Fliegerbomben.

26. Mai: Maasübergang in Montherme
Wenige Stunden später, am Sonntag den 26.Mai um 5.30 Uhr waren wir wieder auf der Achse, nunmehr bei kühlerem Wetter, zunächst noch bei lebhaften Wetterleuchten, dass manchem eine überraschende Frontnähe vorgetäuscht haben soll. Das Gelände, durch das wir kamen, hatte etwas Regen abbekommen, so dass die Staubentwicklung uns zunächst nicht gar zu sehr belästigte. Gegen 12.30 Uhr überschritten wir in wenig besiedelten Waldgebieten die französische Grenze und wenige Stunden später um 15.15 bereits die Maas über eine der in Montherme geschlagenen Notbrücken. Wir hatten nun schon manches verlassene Dorf oder Städtchen gesehen; dieses etwas schmutzige, enge Städtchen bot in dieser schönen Umgebung gerade infolge der Entvölkerung einen besonders trostlosen Anblick. Die Brücken waren sehr wirksam zerstört. Das Innere der Häuser machte ganz den Eindruck, als hätten dort farbige Truppen vor dem Rückzug der Franzosen gehaust und alles verwüstet. Längs der Maas zogen sich Drahtverhaue hin. Riesige Ausschachtungen liessen erkennen, dass zur Ergänzung der wenigen vorhandenen Bunker noch jetzt neue Bunker hatten gebaut hatten werden sollen. Im übrigen erschien uns aber die Befestung im Vergleich zum Westwall als reichlich schwach. In der Umgebung von Montherme sahen wir die 1. deutschen Soldatengräber im Westen. An der belgisch-französischen Grenze waren wir schon stundenlang dadurch aufgehalten worden, dass die Infanterie mit ihren Fahrzeugen nur schwer über einen zur Verbesserung eines Waldweges von deutschen Pionieren gelegten steilen Knüppeldamm hinweg kam. Dasselbe wiederholte sich nach dem Überschreiten der Maasbrücke beim Aufstieg auf die Maasuferhöhen. Unsere Batterie bewältigte die Dauersteigung glatt und erntete hierfür auch Anerkennung bei Abt.Kdr. Mit vielstündiger Verspätung kamen wir am Montag, dem 27.Mai früh 2.00 Uhr bei Regenwetter und einer nach dem bisherigen Mondschein überraschenden Dunkelheit über Les Nazures in Bourg Fidele an. Die Einfahrt in einen Waldweg wurde durch ein festgefahrenes Geschütz versperrt, sodass wir mit einem regennassen Feldweg am Waldrand vorlieb nehmen mussten. In Montherme hatten wir den Stangenfahrer Gefr. Henker vom 2. Geschütz mit Kiefervereiterung und schweren Erkältungserscheinungen am Krankensammelpunkt zurücklassen müssen, jedoch nicht für den ganzen Feldzug wie wir später vermerken konnten.

27.Mai: Statt 60 km nur 20 km Marsch
Wir rückten nach denkbarer kurzer Nachtruhe um 7.15Uhr wieder ab, nachdem wir gerade zum Wecken noch einmal einen Regenguss bekommen hatten. 60 km weit sollte das Tagesziel liegen. Wir wurden aber schon nach 10 km Marsch in nördlicher Richtung auf die Strasse Charleville-Hirson entführt und waren nach weiteren 10 km zum Biwak zwischen Gärten und Obstbaumwiesen am Stadtrand von Maubert-Fontaine. Das Wetter hatte sich inzwischen wieder aufgeklärt; ein Tag Rast wurde uns angekündigt und je Mann 1/2 l Rotwein ausgegeben. Die durch Übermüdung und Eigenart des Dienstes hervorgerufene gereizte Stimmung wich schnell einer besseren Laune! Der Rasttag wurde dann allerdings noch am selben Tage wieder abgeblasen.

28. Mai: Marschrichtung Süd statt West. Rast in Landouzy-la-Ville bis zum 31.Mai
So ging es denn am 28.5. 6.00 Uhr wieder weiter. Wir folgten der Heeresstrasse noch ein Stück, bogen dann aber auf einer Querstrasse Rocroi - Laon nach Südwesten ab und bewegten uns in dieser Richtung auf Nebenstrassen in westlicher Abweichung im Bezirk Aisne über Aubenton nach Landoucy la Ville. Unser Weg folgte einem anmutigen, sanften Flusstal, dessen Getreidefelder uns besonders auffielen. Hatten wir doch in den Ardennen überwiegend Waldwirtschaft und seither vor allem Viehwirtschaft kennengelernt. In Landoucy-la-Ville bezogen wir gegen 16.30 Uhr auf einigen Wiesenhängen beiderseits einer Landstrasse unser Biwak, ein Teil von uns kam auch in geräumte Häuser. Die letzten Stunden hatte es auf den 30 km langen Marsch strichweise geregnet. Die Feuchtigkeit wurde jedoch nicht so übel vermerkt, weil inzwischen die Nachricht von der belgischen Armee eingegangen war. Der nächste Tag brachte endlich einen Rasttag, dem noch mehrere schöne Ruhetage folgten. Eine Reihe netter Lichtbilder haben dafür gesorgt, dass gerade diese längere Rast nicht vergessen werden kann. Die Geniesser unter uns werden sich ohnedies noch lange der Kochkunsterzeugnisse aus jenem Biwak erinnern. Die schlammigen Grabenübergänge zu den verschiedenen Biwakplätzen der Staffeln nötigten zu allerlei Pionierarbeit.

31.Mai - 1.Juni: Nachtmarsch nach Prisces.
Auch der 31.Mai verging bei schönem Wetter mit leichtem Dienst unter angenehmen Umständen. Erst abends um 23.00 Uhr ging es in flottem Nachtmarsch bis Tagesanbruch 18 km weit über Vervins nach Prisces. Die Tatsache, dass wieder bei Nacht marschiert wurde, musste uns erst daran erinnern, dass der Krieg sich in einiger Nähe abspielte. Es war rechtzeitig bekannt geworden, dass uns in Prisces ein mehrtägiges Warten auf weitere Befehle bevorstand. So konnte sich dort sofort wieder ein munteres Lagerleben zwischen Buschwerk und Obstbäumen entwickeln. Der Himmel blieb weiter bedeckt.

1.Juni - 2.Juni. Rast in Prisces.
Am nächsten Tag, dem 1. Juni, wurde zum ersten Mal Frontzulage ausbezahlt und zwar für die Zeit seit dem Grenzübertritt. Am 2. Juni nachmittags versammelte sich die Abteilung zu einem Feldgottesdienst, der mit einer soldatischen Ansprache des Abt.-Kdr. schloss. Die Feierstunde, an deren Ausgestaltung eine Regimentskapelle mitwirkte, ergriff uns alle, zumal unsere Hoffnung noch eingesetzt zu werden, neu belebt wurde. Gegen Abend wurde überraschen Marschbereitschaft befohlen. Der Abmarsch ging um 21.00 Uhr vonstatten.

2.Juni -3.Juni: Nachtmarsch nach Parfondru
Der anschliessende Nachtmarsch führte durch überwiegend ebenes Gelände, zum Teil auf sehr glatten und gewölbten Fernverkehrsstrassen, etwa 45 km weit in recht flotten Tempo in südlich Richtung ostwärts von Laon. Die Hälfte der Strecke war zu Fuss zurückgelegt worden, sodass der Marsch allgemein als anstrengend befunden wurde. Parfondru liegt am Nordrand der bewaldeten Höhenzüge um den Chemin des Dames. Laon war von den höher gelegenen Teilen des Rastplatzes zu sehen, seine Kirche hob sich grossartig gegen den Himmel ab. Wegen des Umfanges des Aufmarsches wurde hier und in Zukunft noch mehr Wert als bisher auf die Tarnung gelegt. Bis 22.30 Uhr blieben wir hier. Wasserlöcher im Walde und wenige schwache Brunnen im Dorfe gaben für manche die letzte Möglichkeit auf Tage, sich zu rasieren. Eine süddeutsche San.-Kompanie und motorisierte Artillerie erinnerten uns daran, das wir Artilleristen vom A.R.294 nicht allein nach vorn wären.

3.Juni - 4. Juni: Nachtmarsch zum Chemin des Dames.
In der Nacht vom 3.6. - 4.6. ging es über Landstrassen letzter Ordnung in zum Teil sehr bergiges Gelände 12 bis 15 km weit in das Waldgelände am Chemin des Dames. Dort wurde uns im Morgengrauen zwischen zum Teil mit Wasser gefüllten Granattrichtern aus dem Weltkrieg in einem von damals noch wüsten Walde ein Rastplatz zugewiesen. Bei der Langsamkeit des Vorwärtskommens wirkte sich der Marsch sehr ermüdend aus.

4. Juni: Vorbereitung der B-Stelle und Feuerstellung
Unterwegs ritten der Batteriechef und RII (Uffz. Winter) zur Erkundung der Feuerstellung und der B-Stelle voraus. Winters Pferd blieb jedoch vor Erschöpfung an der Strecke tot liegen, das zweite Pferd übrigens das die Batterie auf diese Weise verlor. Man konnte im übrigen bei Tage nur bis an den Chemin des Dames reiten, einen beherrschenden Bergkamm, der von einem Kloster und mehreren Weltkriegsdenkmälern gekrönt war, und musste dann durch einen Laufgraben über den Kamm und in eingesehenem Gelände einen Steilhang hinunter in die Gegend von Vassogne. Südostwärts davon lag die Feuerstellung, in der bereits eine andere Batterie gelegen hatte.
Ein Teil des B-Trupps nahm den beschriebenen Weg bereits am 4.6. über Mittag und verpflockte die Plätze für Richtkreis und Geschütze. Noch am selben Tage wurde oberhalb Beaurieux das für die B-Stelle vorgesehene Gelände aufgesucht. Abends fuhr die Geschützstaffel mit Nachr.-Staffel und Rest des B-Trupps ein. Die Organe der B-Stelle zogen sich nachts zur Rechenstelle an einen nahen Waldrand zurück. 2 grosse Strohschober dienten zur Ruhe ausgezeichnet, einer wurde später von einer Granate zerrissen. Die Rechenstelle wurde einige Tage später in die Feuerstellung verlegt, Die Munitionsstaffel fuhr in der Nacht bereits die 1.Munition in die Feuerstellung. Der Munitionsbestand wurde im Laufe der Nächte auf insgesamt 1096 Schuss gebracht.

5.Juni - 8. Juni: Weitere Vorbereitung des Einsatzes.
Im Morgengrauen des 5.Juni wurde die erste B-Stelle bezogen. Wm. Lüders und Uffz. Hoffmann gingen darüber noch hinaus in einem nachts zuvor von einem Volltreffer erreichten Laufgraben in einem fertig vorgefundenen B-Bunker mit Sehschlitz, der unmittelbar neben den obersten Hausgärten von Beaurieux lag und guten Einblick in das Gelände jenseits der Aisne und des Aisne-Kanals gewährte. Das Blickfeld wurde allerdings auch hier durch die  nahe Höhe 163 in die Tiefe sehr verkürzt. Die nähere Umgebung der B-Stelle wurde tagsüber von einer leichten Feindbatterie aus Richtung Muscourt beschossen, eine Fernbatterie schoss zwischendurch nach dem Chemin des Dames hinüber und noch dahinter in die Bereitstellungen. Bei dem anhaltenden Sommerwetter dieser Tage war die Sicht gut. Man konnte manche einzelnen Gegner und manche seiner Feldstellungen erkennen, wobei ein erbeuteter Grabenspiegel gute Dienste leistete. Abends sah man auf beiden Seiten brennende Gehöfte. In der Nacht kam Essen - zumeist Hülsenfrüchte, Reis oder Nudeln und Post zur Feuerstellung und nach vorn; dazu wurde die Nachricht von der Gefangenenziffer an der belgisch-französischen Nordfront (1,2 Millionen) bekannt. Bei Einbruch der Nacht war es zu kleineren Schiessereien zwischen den beiderseitigen Gefechtsvorposten gekommen. Sonst verlief der tag aber ruhig. Die Feuerstellung, die von der früher dort liegenden Batterie sehr gründlich ausgebaut worden war, wurde weiter eingerichtet.
Am 6.Juni wurde im Morgengrauen die 1.Leitung zu dem B-Bunker gelegt. Gefr. Steinicke wurde dabei mit Erde von einer nahe bei ihm eingeschlagenen Granate beworfen. Nachmittags erhielten alle Ziele auf dem Vorderhang dieser Höhe lebhaftes Feuer von einer bei Muscourt vermuteten leichten Batterie, insbesondere die nächste Umgebung des besagten "Bunkers", sodass dieser vorübergehend aufgegeben wurde. Zu beobachten gab es allerdings nichts wesentliches Neues mehr. Die vorderste Infanterielinie erhielt wiederholt einige Salven. Sehr eindrucksvoll wirkte die durch 5 Fernsprechstellen der Batterie aufgenommene Durchgabe von Rundfunknachrichten.
Der 7.Juni verlief bei gutem Wetter für uns eintönig. Riesige Truppenansammlungen in den Waldungen liessen uns die Bedeutung unseres Einsatzes ahnen. Um 14.00 Uhr hörten wir die Nachricht, das Somme und der Aisne-Oise-Kanal überschritten worden seien. Neidvoll erlebten wir, wie Infanteriegeschütze aus allernächster Nähe unserer B-Stelle den Feind vor uns im Tal beschossen. Zu unserem Trost sickerte die Kunde durch, das wir Artilleristen wohl die einzigsten Teile unserer Division an den Feind gekommen waren. Später stellte sich heraus, das auch unsere Pioniere eingesetzt waren.
Der 8.Juni brachte mit Mondwechsel einen Vormittag lang Wolken. Starkes Artilleriefeuer in Frontabschnitt rechts von uns deutete darauf hin, das die Reihe nun wohl auch bald an uns kommen würde. Wir lagen ja noch immer im südlichsten Abschnitt der ganzen Nordfront. Nachmittag gab es wieder lebhaftes Feuer von der uns nun schon sattsam bekannten leichten franz. Batterie in die nächste Nähe der B-Stelle und Feuerstellung. Deutsche Bomber belegten Strassen in den Schluchtten und über die Höhen vor uns mit Bomben.

9.Juni: Der Tag des einmaligen Einsatzes.
Am Sonntag, dem 9.6. wurde früh kurz nach Mitternacht Essen und Post ausgegeben, dazu Tee mit Rotwein. Es  stand nunmehr endgültig fest, dass früh 5 Uhr die Stunde X für uns gekommen sein würde. Um 5 Uhr setzte das Trommelfeuer aller Kaliber ein, das um 5.30 Uhr bis gegen 8.00 in Feuerwalzen überging. Der Feind antwortete mit zahlreichen Batterien, deren eine wieder stundenlang das Gelände unserer in der Nacht in den B-Bunker vorverlegten B-Stelle und der nahen Infanteriegeschütze durchkämmte.  Einen Trichter fanden wir später 6 mtr. von der Stelle des Laufgrabens, an der Abt.-Funker eingesetzt worden waren. Mehrere Feuerüberfälle auf feindliches Gebiet hielten uns auch den Tag über in Betrieb. Unsere Batterie verschoss rund 650 Granaten. Sie wurde im Gegensatz zu Nachbarbatterien nicht selbst beschossen. Obergefreiter Reich, unserMunitionsuffz., wurde freilich in der Feuerstellung von einem Bombensplitter leicht am Ärmel gestreift. Unsere M.G.-Leute bekamen eine Ladung Dreck ab. Das 1.Trommelfeuerlag sehr gut und wirkte durch seine Massierung geradezu grossartig auf den Zuhörer. Pulverdampf, Talnebel und künstlicher Nebel verwehrten allerdings hernach jede Sicht. Die Batterie kam überhaupt nur im Rahmen der vorgesehenen Feuerpläne zum Schuss, ohne selbst erkannte Ziele bekämpfen zu können. Infanterie und Pioniere überschritten bald mit Laufstegen und Schlauchbooten die beiden Wasserläufe vor uns und konnten gegen Mittag unter beträchtlichen Verlusten auch die Höhe 163 vor uns nehmen, indem sie sie zunächst aussparten und dann das  Gelände aufrollten. Nach der Schilderung unseres vorgeschobenen Beobachters Wm. Lüders bereitete der Nebel und das überraschende  Auftauchen uniformierter feindlicher Baumschützen sehr grosse Schwierigkeiten, der Funker Kan. Weiss wurde durch Splitter einer Handgranate am Arm leicht verletzt. Links vor uns in Maizy war überhaupt nicht vorwärts zukommen, sonst aber sicherten sich unsere Truppen mehrere km Geländegewinn. Abends konnten wir bereits in aller Ruhe, nur noch von gelegentlichen Bombenfliegern behelligt, Erdbeeren und Kirschen pflücken und die einzelnen Brände im gestürmten Gebiet zählen. In der Feuerstellung und für die Rechner gab es allerdings noch einiges zur Vorbereitung nächtlichen Sperrfeuers zu tun. In der Nacht wurden Reserven, mot. Truppen, besonders auch mot. Artillerie vorgezogen. Es galt vor allem noch Maizy an der Aisne und dessen nähere Umgebung zu stürmen, wo der Angriff eines Infanterieregiments unter schweren Verlusten schon am Aisne-Übergang zum Stocken gekommen waren. Die Franzosen hatten dort unsere vordersten Gruppen gleichsam hindurch gelassen, sie dann aber von allen Seiten, aus Häusern und von Bäumen herab unter Feuer genommen. Der Tag verging ohne Verluste für unsere Batterie, während die anderen Batterien der Abt. in der Protzenstellung und in der Feuerstellung insgesamt 7 Kameraden durch Fliegerbomben verloren.

10.Juni - 11.Juni: Ruhe nach dem Sturm
So riss am 10.6.amVormittags links vor uns das Infanteriefeuer nicht ab, während wir untätig in der Nähe abwarten mussten. Drückende Hitze herrschte den ganzen Tag über, der für die ganze Batterie mit Ausnahme des Verpflegungstrosses willkommene Ruhe brachte. Es gab keinen Beschuss mehr, auch die Gastrolle feindlicher Flieger hatte ihr Ende gefunden. Im Verlauf des Tages wurde überall die Kriegserklärung Italiens an Frankreich bekannt. Bei Einbruch der Dunkelheit wurde die Protzenstellung in die Nähe der Feuerstellung vorverlegt und der Batterietrupp zurückgeholt. Am Abend meldete sich Kan. Engerer vom AVKo. bei der Batterie zurück, nach dem er den Angriff der Infanterie an der Seite eines gefallenen Regimentskommandeurs mitgemacht hatte.

Kan. Engerer berichtete uns folgendes:
Ich wurde mitsamt dem AVKo. bei einem Regimentsstab rechts (westl.) von Maizy übergesetzt. Wir hatten schon in der Niederung starke Verluste durch Baumschützen. Da wir in nächster Nähe des Regimentskdrs. mit vorgingen, der Kommandeur aber stets an der Spitze blieb, so kamen wir Artilleristen zuerst auf die Höhe 163. Der Kommandeur fiel neben uns. Zuerst ging es neben der Höhe noch etwa 800 mtr. weiter. Dort überraschte uns jedoch ein Fliegerangriff der Franzosen oder auch wohl Engländer. Durch Funk wurden Jäger angefordert, die auch nach etwa 10 Minuten erschienen. Die feindlichen Flieger verschwanden daraufhin, kamen aber wieder als die Jäger sich wieder zuückzogen. Die Infanterie gelangte noch auf die Hochebene hinter der Höhe 163, muss aber zur Nacht sich in den Wald zurückziehen. Im Walde machten uns die Baumschützen immer wieder zuschaffen. Gegen _.00 Uhr mussten wir uns wieder einen Fliegerangriff gefallen lassen. Es wurde erneut zum Sturm angesetzt. Links von uns ging der Angriff nunmehr lebhaft vorwärts über die Hochebene bei Glennes, bis er gegen 16.00 Uhr in Stocken geriet. Trotzdem gelang es noch, bis zum Vesle-Flüsschen vorzudringen. Dort wurde übergesetzt. Wir wurden zurückgeschickt, weil unsere Artillerie ohnehin nicht mehr so weit reichte und durch andere ersetzt wurde. Unsere Funkverbindung war lange Zeit die einzige zur Artillerie und wurde allgemein benutzt. Wir vom AVKo. kamen ohne Verluste zurück.

Wm. Lüders berichtete uns folgendes:
Ich wurde als vorgeschobener Beobachter mit den Funkern Claus und Weiss zur 2./I.R.56 befohlen und lag mit deren 2. Zug in einer Bereitstellung am Bahndamm, den ich von unserer B-Stelle genügend kannte. Die Bereitstellung wurde gegen 3.00 Uhr unauffällig bezogen. Wir fanden kleinere Wegstrecken zur Vermeidung unnötigen Lärmes mit Sägespäne bestreut vor. Mit uns gingen auch schwere M.G.s und Granatwerfer vor. Die Feuerauslösung, die sofort auf einen Masseneinsatz von Artillerie schliessen liess, bereitete den Infanteristen sichtbare Freude. Ihre s.M.G. schossen bis zum Glühen der Läufe. 5.15 gingen dann die Pioniere mit Flosssäcken vor. Eine Viertelstunde später gingen die ersten beiden Züge der Kompanie und wir zu Übersetzstelle an die Aisne vor. Dort hatten wir Gelegenheit die Gelassenheit der Pioniere zu bewundern. Beim Übergang über den Aisne-Kanal wurden die ersten Kameraden verwundet. Baumschützen machten sich übel bemerkbar, vor allem wurde aus den Häusern von Maizy heraus lebhaft geschossen. Der Angriff kam an der Stelle unseres Einsatzes zum Stecken. Wir mussten ein Stück zurückgehen, rückten jedoch mit Hilfe einer anderen Kompanie alsbald wieder vor, kamen über den Kanal und gingen dann durch das Tal in Richtung auf die Höhe 163 vor. Jenseits der Strasse erlitt Weiss bei einigen Häusern, die noch zu Maizy gehörten, durch Handgranatensplitter eine leichte Verletzung am Arm. Unterwegs mussten wir selbst sehen, welche  furchtbaren Verwundungen die sogenannte B.-Munition des Feindes in unseren Reihen hervorrief. Es handelt sich um völker- und kriegsrechtlich zugelassene Gewehrgeschosse, die ähnlich wie eine Granate nach dem Auftreffen detonieren. Zu unserem Kummer gelang es nicht Funkverbindung zu unserer Batterie zu bekommen, während wir anderweitig Verbindung aufnehmen konnten.

Auch der 11.Juni war ein Ruhetag.
Der Himmel überzog sich allmählich mit Wolken, ein Regenschauer brachte eine erste Abkühlung. Ein Sonderkommando unter Führung des Utw. Forker besorgte mit dem Lkw. unter anderem Rotwein für die ganze Abt.

12.Juni: Regenmarsch über die Aisne nach Merval
Am 12.Juni wurde Kan. Engerer, der mit dem AVKo. vorgegangen war, zum Gefreiten befördert, Um 14.00 Uhrmussten wir plötzlich Marschbereitschaft herstellen und rückten über zwei Notbrücken bei heftigen Dauerregen etwa 10 km weit auf Umwegen
über die Aisne und Aisne-Kanal nach Merval, wo die Batterie in 2 grossen geräumten Gutshöfen gegen 19.00 Uhr unterkam. Die Mun.Staffeln mussten für einen anderen Truppenteil Munition fahren und trafen erst gegen 4.00 Uhr bei uns ein, weil sie den Zugang zu den beiden Notbrücken völlig verstopft vorgefunden und stundenlang hatten warten müssen. In und um Merval lagen noch Franzosenleichen und Pferdekadaver.

13.Juni: Rasttag in Merval
Am 13.6. wurde Nachmittags durch Vorbefehl Marschbereitschaft befohlen, der Befehl wurde jedoch wieder zurückgezogen. Der Himmel zeigte wieder ein freundliches Gesicht.

14.Juni: Marsch nach Reims
Der Abmarsch ging dann doch am 14. um 15.30 Uhr Uhr vonstatten. Wir kamen auf einer Notbrücke über die Vesle nach Fismes, einem von Bomben und Granaten arg mitgenommenen und ganz geräumten Landstädtchen. Bei zunehmender Wärme ging es nach Reims, dessen Kathedrale uns gegen Mittag bei schönsten Regen-Sonnenschein schon von weiten sichtbar wurde. Keiner wird diesen Anblick jemals vergessen. Kurz vor Reims entdeckte unser Motorradfahrer Gefr. Fiedler in der Nähe der Marschstrasse, die hier besonders gut ausgebaut war, einige franz. Soldaten; 5 wurden gefangen genommen und in Reims abgeliefert. Reims, das keinerlei Kampfspuren zeigte, durfte nicht betreten werden. Wir mussten deshalb in grossem Umweg durch die Aussenviertel zu unserem Biwakplatz, einem Gutsplatz im Südosten der Stadt.  Am letzten Stück unseres Marschweges hatten die Franzosen in dem nebenherlaufenden Bahndamm unzählige M.G.-Nester eingebaut, die jedoch nicht benutzt worden waren. Die Marschleistung dieses Tages kam an die 40 km oder darüber.

15.Juni: Weitermarsch zur Marne
Der nächste Tage brachte einen Marsch von nur 20 km in die Nähe der Marne. Die Strecke wurde in der Zeit von 11 - 16 Uhr bei bedecktem Himmel glatt bewältigt. Am Marschweg lagen viele Pferdekadaver, die einen scheusslichen Gestank um sich verbreiteten. Gegen 13.00 Uhr wurde zu unserer Freude am Marschweg entlang aus einem Fahrzeug einer Propaganda-Kompanie heraus die Frontzeitung "Der Sieg" verteilt. Abends gab es wieder einmal etwas Regen, der uns jedoch nicht viel anhaben konnte. Der Unterkunftsort hiess Tauxieres-Mutry. Er bescherte uns einen Biwakplatz an einem Dorfrand in der Nähe eines Baches.

16.Juni: Übergang über die Marne; Verfolgungsmarsch nach Coligny.
Der darauffolgende Sonntag, der 16.Juni, brachte uns als Morgenüberraschung ein Wecken um 3.30 Uhr.  Der Abmarsch verzögerte sich jedoch bis 10.30 Uhr. Wir ritten bei Tours sur Marne über die Marne, mancher zum ersten Male über eine kunstgerechte Pontonbrücke. An der Flussüberquerung schloss sich ein Gewaltmarsch von mehreren Kilometern an, die ohne Marscherleichterung in dem schnellsten Marschtempo dieses Feldzuges bei Mittagshitze zurückgelegt werden mussten; die Fahrzeuge vor uns sah man nur im Trag fahren. 35 km mass die Marschstrecke über Vertus nach Coligny, sie führte durch reiche Wein- und Weizenanbaugebiete und vermittelte einen ersten Eindruck von dem letzten Abschnitt dieses Feldzuges, von der Verfolgung. Die Zahl der auf der Strecke gebliebenen Pferde mehrte sich, dazu kamen viele zurückgelassene oder von unserer Luftwaffe oder dem Landheer überraschte Fahrzeuge des Feindes, vor allem eine beträchtliche Anzahl von Feldküchen. Ein Geschütz, das wohl zur Nachhut gehört hatte, stand mit toten Pferden am Wege, in der Nähe lagen noch die zuhörigen Mannschaften als Leichen. In den Ortschaften hatte der Feind vielfach letzte Widerstandsnester gebildet, auch Sperren aller Art angelegt, mit dem Erfolg, dass sich gerade unsere Bomber diese Dörfer aufs Korn genommen hatten. Sie hatten dies zum Teil sehr und gründlich besorgt, konnten dabei allerdings keine Rücksicht auf Flüchtlingskolonnen nehmen, die offenbar entweder selbst bei diesen Sperren hatten zurückbleiben müssen oder aber von den fliehenden Franzosen geradezu als Deckung benutzt worden waren. An diesem Tage fielen besonders die auf beiden Seiten der Strasse über Äcker und Wiesen entlang führenden Fahrzeugspuren der französischen Truppen und Flüchtlinge auf,

17.Juni: Weitermarsch zum Aube Fluss
Am nächsten Tag, dem 17.6. rückten wir um 7.00 Uhr über Fere-Champenoise, das westlich von Vitry le Francois auf der südlichsten Linie, welche 1914 erreicht wurde, lag. Wir marschierten 35 km weit nach Plancy, in dessen Nachbarort L'Abbaye unsere Batterie um 18.30 Uhr teils auf einer Wiese, teils in Gehöften, rechtzeitig vor einem Gewitterregen unterkam. In Fere Champenoise hatten unsere Flieger bei der Bekämpfung von Nachhuten und Sperren an einer Kreuzung grösserer Strassen verheerende Wirkung erzielt. Auch war offenbar ein Munitionsfahrzeug getroffen worden, dessen Inhalt die umliegenden Häuser vollends zerstörte. Den ganzen Tag über begegneten uns zurückkehrende Flüchtlingskolonnen. Alte Leute, Kinder, vor allem Frauen jedes Alters, zu Fuss und mit Fahrzeugen aller Art, meist mit 2 rädrigen Pferdefuhrwerken, mit dem unmöglichsten Gepäck und allerlei Kleinvieh boten einen unvergesslichen Anblick, der uns die ganze Gemeinheit der französischen Führung und Propaganda so recht eindringlich vor Augen führte. Die Zahl der Pferdekadaver, deren Gestank uns fast den Atem raubte, wollte gar nicht abnehmen, zu den liegengebliebenen und ausgeplünderten franz. Heeresfahrzeugen aller Art gesellten sich immer ausgeplünderte Flüchtlingsfahrzeuge, denen die franz. Nachhuten offenbar die Pferde ausgespannt hatten, um sich zu retten. Zu unserer Genugtuung sah man endlich am Wege Gruppen von franz. Gefangenen verschiedenster Hautfarbe damit beschäftigt, Pferdekadaver zu vergraben. Es blieb uns jedoch nicht erspart, noch mehrere unbestattete Leich franz. Gefallener zu sehen, in einem Gehölz z.B. lag eine ganze M.G.Bedienung am Strassenrand. Um 17 Uhr verteilte wieder die motorisierte Propagandakompanie die neuste Nummer der Frontzeitung. Um 17.30 Uhr erreichte uns über höhere militärische Dienststellen die Nachricht von Bemühungen des Feindes um Erlangung eines Waffenstillstandes. Grund genug, abends von den besorgten alkoholischen Getränken einen kräftigen Schluck zu trinken.

18.Juni: Marsch nach Troyes.
Bei sonnigem Wetter um 7.30 Uhr wieder angetreten. Wir überschritten auf einer gesprengten, aber auch so noch als Notbrücke benutzbaren Brücke den Aube-Fluss und legten 43 km bis Troyes zurück, wo wir im Südwesten der Stadt in einem Vorort in einzelnen Gehöften unterkamen. Nachmittags war es recht heiss. Kameraden von der Infanterie verteilten in Troyes Apfelsinen. Hier bekamen wir auch einmal einen Eindruck davon, welch ein Apparat zu einem Armeeoberkommando gehört, das dort ganze Strassenzüge mit Beschlag belegt hatte. Vor dem Einrücken hatten wir in Troyes eine Niederung mit Seine-Armen zu überqueren. Zwischen der letzten Brücke und einer Bahnlinie am Stadtrand befand sich eine gut ausgebaute Strassensperre, die aus irgendeinem Grunde, vielleicht infolge des Eisenbahnverkehrs, mehreren franz. Kolonnen zum Verhängnis geworden war. Jedenfalls bot sich hier unserem Blick das grösste Durcheinander eines fluchtartigen Rückzuges überraschter Truppenverbände, das wir im Westen gesehen haben. Neben dem Bahnhof sahen wir eine von unserem Fliegerbomben zerstörte Fabrik und auf den Bahnsteigen einen mit schweren Geschützen beladenen, aber steckengebliebenen Güterzug. Wm. Lüders hatte hier, wie schon im letzten Quartier, alles getan, uns zwecks Ergänzung der erklärlicherweise schmalen und einseitigen Heeresverpflegung mit Essbarem zu versorgen. Nebenbei wurde eifrig auch weiterhin die nähere Umgebung der Marschstrecke nach brauchbaren Fahrrädern und Kraftfahrzeugen abgesucht. Wir hatten meist einige Fahrräder ausser Etat im Betrieb, ein schwacher Trost dafür, dass der Abteilungsstab uns noch mehrere von Utw. Forker requirierte Kraftfahrzeuge "ausspannte".

19. Juni: Über 50 km bei Hitze nach Molosmes.
Wieder ging es 7.30 Uhr weiter, dieses Mal über 50 km weit, bei sommerlicher Hitze über Boilly nach Molomes, in eine bergige Landschaft, wo wir kurz nach Mitternacht in einem Tal zwischen Wald und Wiesenhängen zu kurzer Ruhe eintrafen. Das langsame Marschtempo der vor uns einherziehenden Infanterie wirkte sich auf die Dauer bei der Hitze geradezu verheerend aus, mit jedem Pferdeschritt wurde man im Sattel regelrecht mürbe gemahlen. Unsere Radfahrer versorgten uns zum Glück unterwegs mit Saftwasser, eingemachten Früchten usw. Auch hatten einige Fahrzeuge noch allerlei Essbares aufgeladen, so dass auch dieser mit mitternächtlicher Postausgabe abschliessende Tag noch leidlich überstanden wurde. Nachmittags bezog sich der Himmel, sodass sich die völlig verbrannte Gesichtshaut wieder ein wenig erholen konnte.

20.Juni. Staubiger Weitermarsch nach Oudun.
Die Sonne schien uns auch am 20.Juni zu dem staubigsten Tag unseres Feldzuges viel zu reichlich, als wir 8.15 Uhr über Tonnere und den Canal des Bourgogne 42 km weit nach Oudun marschierten. Der Staub und die Trostlostigkeit der Gegend um Oudun vermittelte uns einen Begriff davon, was eine Verfolgung des Feindes um jeden Preis kosten kann. Nur wer an diesen Tagen unsere Fahrer mit dem Karabiner auf der Schulter, mit Reithose, Reitstiefel und Sporen, bei Hitze und Staub ihre Pferde führen sah, der kann ihre Leistungen ermessen, zumal unsere Abteilung sich durch ein besonderes Kennzeichen von allen anderen uns zu Gesicht gekommenen Truppenteilen unterschied: das war und blieb in diesem Feldzug der geschlossene Kragen. Wer die Marschleistung unserer Batterie überhaupt würdigen will, muss noch berücksichtigen, dass unsere Abteilung im Rahmen des Regiments nur angenehm aufgefallen ist und das innerhalb der Abteilung unsere Batterie nicht durch Lockerung der Marschdisziplin aufgefallen ist. Es war nicht verwunderlich, dass es abends nach 20.00 Uhr in Oudun zu einem förmlichen Kampf um das Wasser kam, als von den 4 Brunnen im Dörfchen drei versiegten, bevor die Pferde der Abteilung durchgetränkt waren.

21.Juni: Rasttag in Oudun.
Der belebende Gewitterregen am Nachmittag des 21.Juni war unter diesen Umständen die einzige für den folgenden Ruhetag zu vermerkende Begebenheit. Zur Entschädigung für die Trostlosigkeit der Landschaft erreichte uns die Nachricht von der Einnahme Lyons und von den Waffenstillstandsverhandlungen im Wald von Compiegne.

22. Juni: Marsch ins erste Dauerquartier nach Metz le Comte.
Der 22. Juni entführte uns in eine lieblichere, hügelige Landschaft in Richtung auf die Yonne zu nach Metz le Comte. Unsere Batterie war ohne die bisherige enge Anlehnung an die Infanterie an die Spitze gekommen und legte für die über 40 km gehende Strecke ein flottes Marschtempo vor. Vormittags und nachmittags gab es zur Abkühlung einen Gewitterregen. Schon etwas abgetrocknet kamen wir gegen 19 Uhr im Quartierort an, zum ersten Mal mit mehr Pferden als Batterieangehörigen. Denn die Zahl unserer Pferde war inzwischen durch Beutepferde auf 170 angewachsen. Die meisten Kanoniere sassen zu Pferde oder führten Pferde. An dieser Stelle sei der Kanoniere gedacht, die mit mehr oderweniger Ablösung zu Fuss unsere kranken Pferde in den letzten Tagen nachzuführen hatten. Zum Glück konnten wir die kranken Pferde bis auf zwei, die noch Aussicht auf Wiederherstellung hatten, bei den Pferdesammelstellen zurücklassen. Ein Beutefahrzeug und ein von der Abteilung überlassenes Fahrzeug verstärkten unseren Tross, sodass die Frage der Unterbringung von gerät und Gepäck nicht mehr in dem Masse wie ursprünglich Gegenstand allgemeiner Sorge war.

23. - 27.Juni: Dauerquartier in Metz le Comte.
Die Tage vom 23.-27.6 brachten uns Ruhe in Metz le Comte. Der Sonntag wurde ausgiebig zum Ausschlafen benutzt, Sonne und Wind liessen manches Wäschestück trocknen. Der 2.Ruhetag verlief trotz wiederholter Regenschauer recht angenehm und schloss mit der Meldung vom Zustandekommen des Waffenstillstandes ab, dessen Wirksamkeit nur noch vom Abschluss des ital.-franz. Waffenstillstandspaktes abhängig gewesen war. Sechs Stunden nach 19.30 Uhr trat endgültige Waffenruhe ein. Einige ganz unentwegte liessen es sich nicht nehmen, das Signal "Das ganze Halt" das niederländische Dankgebet und die Lieder der Nationen am Rundfunk zu erleben. Der Himmel blieb während der beiden nächsten Tage bedeckt. Die Pferde erholten sich sichtlich. Dass auch wir selbst rasch wieder auflebten, beweist am besten der rege Pilgerstrom auf den beherrschenden Berg, an dem sich unser Dorf anlehnte. Der Berg war von einer Klosterruine gekrönt, deren wuchtige Mauerreste noch heute eine grosse Kirche und einen Friedhof umschlossen .Hier konnte man mehr als anderwärts das Schicksal eines sterbenden Volkes mit seinem Überfluss an Raum gerade auch auf dem Lande erleben.  Denn an dem Berghang standen viele Häuser leer, deren Bewohner in die Städte oder in andere leere Häuser gezogen waren. Manches Wohnhaus diente als Nebengebäude. Das Dorf mag mal die doppelte Einwohnerzahl in seinen Mauern gehabt haben. So erklärt es sich auch, dass die 350 Einwohner ohne weiteres 150Flüchtlinge aufnehmen und trotzdem noch einigen Platz für die deutschen Truppen herben konnten. Je weiter wir nach Mittel-Frankreich kamen, desto mehr fiel uns imübrigen das Durcheinander der verschiedenen Rassen vom stark nordischen Einschlag bis zum negerhaften Typ auf.

27.Juni: Umzug nach Monceaux le Comte

27.Juni - 3.Juli: Dauerquartier an der Yonne.
Am 27. 6. gab es zur Auffrischung der soldatischen Haltung 1 1/2 Stunde Fussdienst. Der Tag blieb ohne Regen, sodass wir den erhofften aber doch überraschenden Befehl zur Marschbereitschaft mit ungeteilter Freude aufnahmen. Wir marschierten um 15.00 Uhr 10 km weit in das langersehnte Dauerquartier im Yonne-Tal nach Monceaux le Comte. Die Yonne und der Yonne-Kanal boten Gelegenheit zum Tränken der Pferde, die wir auf den angrenzenden Weidekoppeln unterbrachten und zum Baden. Die Fliegenplage erschwerte den Pferden ihr Dasein, vor allem natürlich unseren deutschen Pferden, einige Pferde gingen in diesen Tagen an der Blutflecken-Krankheit ein. Auch der Beschlagmeister wusste ein Lied von der Eigenart der Koppeln zu singen, auf denen auffallend viel Eisen locker wurden. Im übrigen aber konnten wir es in dieser Gegend bei der dichten Belegung mit Truppen kaum besser haben. Es gelang hier auch, einen Teil der Fahrer und Pferdepfleger in leidliche Quartiere unterzubringen. Fast alle Wachtmeister und Uffz. konnten in einem gleich als Uffz.-Heim eingerichteten Landhaus unterkommen. Ein Liter durchaus trinkbaren Rotweins kostete hier nur 4 Frs (RM -.20). Das Wetter blieb eine ganze Woche lang sonnig, bisweilen sogar reichlich warm. Im Ort gab es eine Eiergrosshandlung aus der auch unsere Abteilung kurz vor dem Abrücken eine Menge Eier bezog, wie wir sie bis dahin niemals als Heerespflegung erhalten hatten. Unter diesen Umständen entwickelte sich in den Tagen vom 28.6.-2.7. ein frisch-fröhliches Soldatenleben, wie man es sich unter den gegebenen Verhältnissen kaum anders wünschen kann. Zur Freude der Batterie erhielten der Battr.-Chef und Wachtmeister Lüders die Spange zum E.K.II bezw. das E.K.II. Die Funker Kann. Claus und Weiss wurden zum Gefreiten befördert, Weiss erhielt noch das Verwundetenabzeichen. Einen Tag später erhielten die Geschützführer Gefr. Weckerle und Gefr. Mittelbach die Tressen. Am 29.6. wurde für die Abteilung ein Feldgottesdienst gehalten, bei welchen unter anderem zu den Klängen des Liedes vom guten Kameraden unserer Gefallenen und noch in der Heimat tödlich verunglückten und ihrer Hinterbliebenen gedacht wurde. Hier wurden uns auch 9 Mann Ersatz aus der Heimat zugeführt, die mehrere Wochen lang unterwegs gewesen waren. Hauptmann Gerst wurde der Batterie zur Dienstleistung zugeteilt.

3.Juli: Abmarsch zur Verlegung in die Bretagne.
1. Tagesziel: Cuncy le Verzy: Inzwischen hatte sich auch die Frage unserer weiteren Verwendung geklärt: Wir wurden der 6. Armee zugeteilt und rückten im Morgengrauen des 3. Juli um 5.30 Uhr 20 km weit nach Cuncy le Varzy, wo wir gegen 11 Uhr bei auffallender Wärme zum Biwak eintrafen.

4.Juli: Weitermarsch nach Villargau.
Bei leichtbedecktem Himmel war am 4. Juli von 9 - 19 Uhr 35 km über Varzy und Donzy nach Villargeau zu marschieren. Die Abzweigungen der Strassen nach Nevers und Bourges blieben links an unserem Marschweg liegen, wir hatten also dieLoire weiter nördlich zu überschreiten. Uffz. Hoffmann wurde zum Wachtmeister befördert. 

5. Juli: Übergang über die Loire nach Vailly
Wir marschierten am 5.7. von 9.30 bis gegen 19.30 Uhr über 40 km weit bei weniger warmen Wetter über Cosne, in der Nähe von Cosne auf einer für unsere Zwecke behelfsmässig hergerichteten unzerstörten Eisenbahnbrücke über die Loire und den sie begleiteten Kanal und weiter in westlicher Richtung bis nach Vailly. Am Rande dieses Ortes kamen wir zum Biwakieren unter. Utw. Forker wurde zum Wachtmeister befördert

6.Juli: Marsch nach Clemont.
Drückende schwüle Hitze machte uns den nächsten Tagesmarsch trotz gelegentlichen Wind und einiger Bewölkung zu einer ziemlichen Anstrengung. Um 6.30 Uhr wurde abgerückt, das Tagesziel Clemont wurde nach Überwindung von 33 km Wegstrecke über Aubigny sur Nere um 16 Uhr erreicht. Hier sollten wir zwei Tage bleiben. Soweit möglich, wurde deshalb nicht biwakiert, sondern Unterkunft in leerstehenden und anderen Häusern bezogen. Gegen Abend setzten grössere Regenfälle ein, die die nötige Abkühlung brachten.

7.Juli - 8.Juli: Ruhetage in Clemont.
Der Sonntag und Montag waren zur Rast und Ruhe bestimmt und wurden auch dementsprechend ausgenutzt. Das Wetter blieb sehr veränderlich. Als Besonderheit dieses Quartierortes sei die Schwemme erwähnt, die sich an der Brücke vor dem Ortseingang befand. Unsere Fahrer nahmen die Gelegenheit wahr, staffelweise in Turn- und Badehose die Pferde in die Schwemme zu reiten.

9.Juli: Weitermarsch nach Marcilly en Villette.
"Richtung Orleans" hiess es, als wir am 9.7. um 4.30 Uhr wieder aus Clemont abrückten. Ein verhältnismässig flotter Landmarsch von 56 km führte uns an riesigen Gütern vorbei durch ebenes, waldreiches Gelände über Brinon sur Sauldre bei anfänglich kühlem, später wärmeren Wetter nach Marcilly en Villette.

10.Juli: Zweiter Übergang über die Loire in Orleans, Marsch nach Villeneuve sur Conie.
Der Marschweg des 10. Juli ging über Orleans. Wir legten in der Zeit von 5 Uhr bis gegen 17.30 Uhr rund 45 km zurück und überschritten dabei in Orleans wiederum die Loire, und zwar über eine Steinbrücke aus der nur ein inzwischen durch Holzkonstruktion ersetzter Bogen herausgesprengt worden war. Eine Stgrassenbrücke zu unserer Linken war Pfeiler für Pfeiler gesprengt, während die Eisenbahnbrücke stromaufwärts unversehrt war. Zahlreiche Häuser an den Brückenzugängen waren durch Bomben zerstört bezw. ausgebrannt. Unser Marsch führte eine Strecke an der Loire entlang, sodass wirauch die Kathedrale sehen konnten. Ihre Türme standen unversehrt. An der Strasse Orleans - Chateaudun lagen zwei Militärflugplätze, die inzwischen von unserer Luftwaffe in Benutzung genommen waren. Unser  Quartierort lag abseits der grossen Strasse in Villeneuve sur Conie, in einer öden, flachen Landschaft mit ärmlichen Dörfern. Wir waren froh, dort nicht länger bleiben zu müssen.

11.Juli: Marsch durch Chateaudun zum Chateau de la Touche-Hersant
Am Abend des 11.Juli kam unsere Batterie für sich allein nach 40 km Marsch auf den Grundstücken eines hübsch gelegenen Wasserschlösschens unter, das den klangvollen Namen Chateau de la Touche-Hersant führte und 5 km hinter Chateaudun im Wald versteckt liegt. Der Besitzer war geflüchtet und hatte uns leider seine Wasserleitungsanlage nicht in betriebsfähigen Zustande zurückgelassen, sodass ausser einer Wasserlache zum Pferdetränken nur ein einziger besonders tiefer Brunnen mit Kettenwinde zur Verfügung stand. Auch hier gab es abends wieder einen kräftigen Regenschauer.

12.Juli/13.Juli: Über 60 km nach Coudrecieux, Rasttag.
Die Betten und Matratzen im Schloss sahen leider uns nur sehr kurz. Schon 4.35 Uhr schlossen wir uns der Abteilung wieder an, und zwar zu dem längsten aller Märsche, noch dazu durch bergiges Gelände. Wir legten auf Nebenstrassen über 60 km zurück und trafen gegen 18.30 Uhr nach einem Regenguss in Coudrecieux ein, wo und ein kühler und regnerischer Rasttag erwartete. Es hatte sich sehr bald herumgesprochen, dass im Ort grössere Mengen Butter und Eier zuhaben waren, sodass sich unsere Heeresverpflegung für einige Tage beträchtlich ergänzen liess.

14.Juli: Weitermarsch nach Schloss Ardenay.
Am Sonntag den 14.7. hatten wir wieder einmal Glück: Mit dem Verlassen des Rastortes hörte das Regenwetter zunächst einmal auf. Wir hatten nur 18 km weit zu marschieren und erreichten um 10.30 Uhr bereits Schloss Ardenay, wo wir als Nachfolger britischer Sanitäter mit dem Stab und einer Batterie Biwak bezogen. Nachts regnete es wieder.

15.Juli: Der 1000. Kilometer. Über Le Mans nach Maquere.
Der 15. Juli verhalf uns zu einem Jubiläum besonderer Art: Wir legten den 1000. Kilometer zurück. Wir brachen um 6.00 Uhr auf und rückten auf schnurgeraden Heeresstrassen durch das Gelände eines Truppenübungsplatzes, der als Gefangenenlager diente, nach Le Mans und darüber hinaus bis Maquere. Unsere Tagesleistung betrug 31 km; das Wetter war regnerisch; auch hier trafen wir bei Regen ein.

16. Juli: Am Ziel: Roussse-Vasse
Am nächsten Tag, dem 16. Juli, erreichten wir nach 5 Stunden Landmarsch den Ort unseres Dauerquartieres, Rousse-Vasse. Der Marschweg führte 27 km lang in ein zunehmend bergiges Gelände. Nach 21 km Marsch liessen wir die übrigen Teile der Abteilung in Sille-le-Guillaume, einem Bergstädtchen mit überragender Burg, zurück und rückten auf der sogenannten Rollbahn, einer wieder sehr gut ausgebauten Heeresstrasse, noch 6 km weiter nach Westen. Unser Quartierort wurde von der Bahnlinie Le Mans - Brest durchschnitten. Zum Glück brauchte man als Fussgänger nicht zu warten, bis die Schranken, übrigens 2 Holztore, die Strasse über den Bahndamm freigaben. Durch eifriges Quartiermachen gelang es, fast alle Batterieangehörigen alsbald leidlich unterzubringen.

17.Juli - 22. Juli: Dauerquartier in Rouesse-Vasse
Der Rest der Woche stand der Batterie ausdrücklich und ausschliesslich zur Pflege von Pferden, Geschirr, Fahrzeugen und Gerät zur Verfügung. Die Schmiede hatte Hochbetrieb. Leider war das Wetter zunächst noch nicht so, dass man an eine Generalreinigung alles Waschbaren hätte denken können. Im Laufe des 18. Juli erfuhren wir, dass der Abteilungskommandeur, Herr Hauptmann Schudnagis, das Eiserne Kreuz I.Klasse erhalten hatte.
Der 19. Juli bescherrte uns eine allmählich eine zunehmende Wetterbesserung. Der Gefr. Katzer, Wagenführer in der Nachrichtenstaffel, wurde zum Uffz. befördert und erhielt für seinen Einsatz im Feldzug gegen Polen von der damaligen Batterie das E.K.II. Wir hörten am 19.7. an verschiedenen Rundfunkgeräten im Gemeinschaftsempfang die Rede des Führers, in welcher er einen Überblick über den Feldzug gegen Frankreich gab, die Beförderung zahlreicher Heerführer aussprach und endlich einen letzten Appell an Englands Vernunft richtete. Der Sonntagvormittag war mit einem Ausritt der Offiziere und Unteroffiziere auf eine benachbarte Höhe ausgefüllt, die ausser einer schönen Fernsicht noch den Genuss von Heidelbeeren und den Anblick von blühenden Heidekraut bot. Am Nachmittag hiess es dann plötzlich zum Wechsel des Standquartiers packen.

23.Juli: Umzug nach Vaiges.
Dieser Wechsel vollzog sich bei Regenwetter am 23.7. vormittags und brachte uns kleine Verbesserungen in der Unterbringungsfrage, denn der 26 km weite Ort Vaiges gab mehr Möglichkeiten. Insbesondere konnten gleich sämtliche Fahrzeuge in Garagen und Schuppen eingestellt werden, so dass wir die Parkwache einsparten. Wir vertauschten die Bahnlinie Le Mans - Brest mit der Fernverkehrsstrasse Le Mans - Leval und hatten sogar eine Omnibusverbindung nach Laval.

24. Juli- 28.August: Dauerquartier in Vaiges.
Am 24.Juli fuhren bereits die ersten Urlauber auf 3 Wochen in die Heimat. Eine ganze Anzahl von uns konnten nach St. Malo an die See fahren. Die nächsten Tage waren mit Fahrzeugreinigen derartig ausgefüllt, dass die Fahrzeuge bei der Durchsicht am 27.Juli nicht auffielen.
Am 26,Juli wurde Obw. Dreise zum Leutnant befördert. Am Abend fand im Garten der Bibliothek ein Batteriefest mit Wein und Bier statt, am nächsten Tag eine Beförderungsfeier innerhalb des Uffz.-Korps. Die Propaganda-Kompagnie zeigte uns einen Rühmannfilm und mehrere Wochenschaufolgen, darunter den EInzug in Paris. Das gute Sommerwetter tröstete uns vorläufig darüber hinweg, dass wir wohl nur als Besatzungstruppe in Frage kamen, auch wurden wieder einmal in einem Heeresbericht 100.000 Tonnen Schiffsraum als versenkt gemeldet. Uffz. Winter, Gefr. Neubelt und Gefr. Engerer verliessen uns auf mehrere Wochen zum Besuche eines Lehrganges. Mit Fussdienst und Pferdebewegen warder Alltagsdienst gerade wieder in Gang gekommen, als am 30.Juli der Befehl zum Beladen der Fahrzeuge kam.

31.Juli - 2.August: Rund 100 km  zum Scharfschiessen unterwegs.
Vom 31.Juli bis zum 2. August waren wir wieder einmal 3 Tage auf der Achse und zwar zu einem Scharfschiessen, das bei Sille-le-Guillaume stattfand. Unsere Marschleistung kam knapp an die 100 km, während die übrigen Teile der Abteilung bis 35 km mehr als wir zurückzulegen hatten. Das Scharfschiessen selbst litt sehr unter einem plötzlichen Frühnebel mit anschliessendem Dunstwetter. Dafür hielten sich unsere Pferde an der Schwemme im nahen See schadlos, während wir auf unserem Biwakplatz, einem Rennbahngelände, zum ersten Mal in diesem Feldzug bei beträchtlichen Mengen guten Bieres um ein Biwakfeuer sitzen konnten.

9.August - 27. August: Ausbildung wie noch nie.
Den ganzen Monat August über wurde die Batterie durch das sogenannten Sturmgeschützexerzieren und durch Übungen im Gelände auf eine neue Art des Zusammenwirkens mit der Infanterie umgeschult, wie wir das bis dahin nicht kennen gelernt hatten. Die Züge und einzelnen Geschütze wurden systematisch im getrennten Einsatz ausgebildet und zugleich auf besondere Verhältnisse im Gelände und Bodenbewachsung vorbereitet, Hecken bildeten schon bald keine ernstlichen Hindernisse mehr, und so mancher Baum erwies sich als durchaus brauchbarer Beobachtungsstand. Wer damals in den Tagen vom 9.-27.8 nicht gerade das Glück wie unser Batteriechef hatte, auf Urlaub in der Heimat zu sein, wird jene harten Wochen nicht vergessen. Der Dienst begann mit dem Wecken um 5.00 Uhr und endete mit dem allabendlichen Geschützexerzieren um 20 Uhr. Zum Trost waren die Quartierverhältnisse so gut wie sonst selten für eine bespannte Einheit, die ja sonst in Dörfern liegen. Das kleine aber feine Hotel du Commerce bot aus Küche und Keller in sauberer Aufmachung zu erschwinglichem Preise mancherlei Gutes. In den Läden und auf dem mittwochs stattfinden Wochenmarkt gab es für uns noch allerlei zu kaufen, obwohl die Bevölkerung sich bereits allmählich an Rationisierungsmassnahmen gewöhnen musste. Vom 1.August ab durfte jeder allmonatlich vier 500 g Päckchen in die Heimat schicken und bis zu 10 kg Waren mit in den Urlaub nehmen. Dahaben dann manche Flasche guten Tropfens und mancher Meter Stoff den Weg nach Deutschland angetreten. Eines Tages wurde auch in einem Steinbruch ein zum Baden geeignetes Gewässer entdeckt. Mitte August verliess uns Uffz. Klein, unser Nachrichtenstaffelführer, der zu einem Lehrgang auf die Heeresnachrichtenschule kommandiert wurde. An seiner Stelle kam Uffz. Förster zu uns. Er brachte 11 Mann Ersatz mit. Weitere 4 kamen bald danach, so das unsere Batterie wieder aufgefüllt werden konnte. 

28.August: Abmarsch aus dem Paradies Vaiges. Bahnfahrt ins Departement Vienne.

29.August: Ankunft in Ruffec, Marsch nach Sommieres du Clain.
Alle  Annehmlichkeiten von Vaiges gingen uns leider verloren, als wir am 28. August im Quartier des Stabes in Meslay verladen wurden, um im Departement Vienne eine andere Division abzulösen. Diese hatte bis dahin in Poitiers und Umgebung gelegen und tauschte nun mit uns den Quartierraum. Die Batterie wurde am 29.August in Ruffec ausgeladen und traf nach 38 km Marsch in ihrem neuen Quartierort Sommieres du Clain ein.

29.August - 23. Oktober: Sommieres du Clain, auch ein Dauerquartier …
Dort lagen ein Abteilungsstab und eine Batterie der anderen Division, sodass für eine Nacht Biwak bezogen werden musste. Der Clain ist ein breiter Bach, dessen lockendes Nass zunächst der einzige Lichtblick in der grossen mit dem Quartierwechsel verbundenen Verschlechterung unserer Unterbringung war. Monatelange Trockenheit hatte das Land völlig ausgedörrt, sodass die Weiden nicht einen einzigen Grashalm mehr für unsere Pferde hergaben. Das Dorf war voll von evakuierten Lothringern und bot nur sehr wenig geeignete Unterbringungsmöglichkeiten. Heisse und nachts desto kältere Dachböden und von Fliegen starrende schlechte Räume müssten hinzugenommen werden. Tagsüber war es noch bis Mitte September so heiss, das von 12 bis 16 Uhr kein Dienst getan werden konnte. Diese Freizeiten wurden gern zum Baden an dem von unseren Besatzungsvorgängern errichteten Badesteg benutzt, auch boten sie einen gewissen Ausgleich dafür, dass es während der Kaffeepause und nach der oft mit Appellen verbundenen Dienstausgabe in einigen Quartieren mangels Beleuchtung bereits dunkel war. Die zahlreichen Appelle dienten dazu, eine gründliche Bekleidungsdurchsicht vorzubereiten.
Der Monat August brachte den Engländern allein in der Zeit vom 7.-31. einen Verlust von 1500 Flugzeugen und 103 Sperrballons ein. Am 4.September sprach der Führer im Berliner Sportpalast zur Eröffnung des Kriegs-W.H.W. und kündigte bei dieser Gelegenheit Vergeltungsmassnahmen gegen Englands nächtliche Bombenabwürfe auf nichtmilitärische Ziele an. Reichsmarschall Göring leitete alsbald persönlich die Aktion von Nordfrankreich aus ein und flog bei dieser Gelegenheit auch selbst in Londons Luftraum.
Am 9. Spetember 1940 befahl die Batterie 1 Uffz., 6 Obg. und 3 Gefreite zu einem Unterführerlehrgang, der in einem Schloss bei Anchevon der 1. Batterie eingerichtet worden war, dazu einen Wachtmeister und einen Uffz. als Ausbilder. Der Fronturlaub rollte weiter am laufenden Bande ab. Trotzdem konnte die Batterie noch im September zweimal je 2 Offiziere, mehrere Uffz. und 20 Mann zur Besichtigung von Paris entsenden und ständig einen Erholungsurlaub für einen Uffz. und 2-4 Mann in La Tranche an der See beschicken. In der Nacht zum 9.9. fiel der erste Regen, gerade zur rechten Zeit für die Weiden eines in der Nähe gelegenen Rothschildchen Gestüts, auf denen wir eine Woche lang unsere gesamten Pferde grasen liessen. Die Batterie stellte ferner in der Nacht vom 13. zum 14. und 26. zum 27. September ein Wachkommando von mehreren Uffz. und 74 bezw. 50 Mann zur einmaligen sogenannten Blockierung der Demarkationslinie. Die Ausbeute waren ganze 4 Zivilisten, die tagsüber ohne Ausweis ihre an der Demarkationslinie liegenden Grundstücke aufsuchen wollten. Am 29. September fand die 3. Fahrt zur Besichtigung von Paris statt, an der mehrere Batterieangehörige teilnahmen.
Am 2. Oktober sahen wir den Film: "Ich bin gleich wieder da!", dazu eine verlängerte Wochenschau, dabei auch die Aufnahmen vom Einmarsch einer Division in Berlin. Die letzte der ausstehenden Beförderungsfeiern fand am 5.Oktober im Kreise des Unteroffizierskorps statt. Am 7.10. waren 55 Batterieangehörige bei I.R.513 in einer Baracke zu einem zweistündigen Bunten Nachmittag mit Ilse Kamphausen, Inge Westen und anderen. Eine letzte Besichtigungsfahrt nach Paris führte wiederum etwa 15 Teilnehmer für 2 Tage aus unserer Einöde in die Hauptstadt des Landes. Auch diese Besichtung war zu unserer Überraschung vom Wetter begünstigt, während wir wieder einmal unter Daurregen zu leiden hatten. Häufiges Pferdebewegen und eine Fahrübung bereiteten unsere Pferde auf die völlig verregnete Einsatzübung am 11.Oktober vor, bei der Hptm. Gerst die Batterie führte. Der Dauerregen liess erst etwas nach, als der Abteilungskommandeur und der Regimentskommandeur das Gebotene besprachen. Im Anschluss an die letzte Übung wurde die Übergabe des gesamten Gerätes, Fahrzeugbestandes und der Pferde vorbereitet. Als übernehmende Einheit erschien am 14.Oktober eine neue 2. Batterie, die sich aus Teilen der 1., 3. und 7. Batterie zusammensetzte. Die Übernahme ging glatt vonstatten. Unsere Batterie leistete dann am 15.10. den durch die Abgabe geschwächten Teilen der Abteilung Hilfe, beim Umzug nach Couhe bzw. Chaunay. Inzwischen war unter Batteriechef, Hptm. Gruffke, von seinem Kommando bei der Heerestreife zurückgekommen. Er brachte uns die Nachricht, dass Lt. Jacob zum Oberleutnant befördert worden sei. Die letzten Tage im alten Quartier vergingen bei veränderlichen Wetter mit Packen und kleinem Dienst. Zum letzten Wochenend in Frankreich gab es für uns Einkaufsurlaub nach Poitiers. Das Ergebnis dieser Einkaufsreise sahen wir dann auf der Fahrt in einem stattlichen Berg von Paketen aufgestapelt. Am 22.Oktober nachmittags traten wir zum letzten Mal in Sommieres im Dienstanzug zur Verabschiedung durch den Abteilungskommandeur an. Er verband mit seinem Abschiedswort eine dankbar aufgenommene Anerkennung für die Leistung und Haltung der Batterie. Unser Gepäck wurde am 22. und 23. Oktober zur Bahn gefahren. Wer nicht mit einem der Lastkraftwagen gefahren war, hatte 15 km nach Anche-Voulon zu marschieren. Dort standen 5 Personen und ein Güterwagen für uns bereit. Gegen 12.30 Uhr rollten wir zur Grenze. Leider wurde der Zug nicht über die Saarpfalz, sondern über Belfort-Mühlhausen geleitet, sodass wir infolge eines offenbaren Irrtums mit 1 1/2 Tagen Verspätung in Mitteldeutschland zu anderweitiger Verwendung eintrafen.
Damit hatte die 2./A.R.294 aufgehört zu bestehen. Wir waren wieder in der Heimat, stolz, wenigstens einmal als geschlossene Batterie eingesetzt gewesen zu sein, und froh, ohne Verluste aus dem Feldzug in Frankreich heimzukommen.